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Stand: Anfang 2026, ohne Gewähr — maßgeblich ist der jeweils gültige Bußgeldkatalog. Dieser Artikel dient nur zur Information und stellt keine Rechtsberatung dar.
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Rechtliche Informationen

E-Scooter Bußgelder 2026: Was kostet welcher Verstoß?

Veröffentlicht: Juli 2026 | Lesezeit ca. 8 Minuten

Viele E-Scooter-Fahrer unterschätzen die rechtlichen Konsequenzen von Verstößen. Die Bußgelder sind oft höher als erwartet, und manche Verstöße sind sogar Straftaten. Dieser Überblick zeigt Ihnen, was Nichteinhaltung kosten kann – und wie Sie diese Kosten vermeiden.

Das Wichtigste auf einen Blick

Die teuersten und gefährlichsten Verstöße:

  • Fahren ohne Versicherung: Straftat nach § 6 Abs. 1 i. V. m. § 30 PflVG — Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, dazu ist ein Eintrag im Fahreignungsregister möglich
  • Fahren unter Alkohol (ab 0,5 Promille): Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG — Bußgeld und Fahrverbot sowie Punkte nach dem Bußgeldkatalog; wer infolge von Alkohol nicht mehr sicher fahren kann, macht sich strafbar (§ 316 StGB) – auch unterhalb von 0,5 Promille
  • Fahren auf Gehwegen (ohne Freigabe): Verwarnungs- bzw. Bußgeld nach Bußgeldkatalog, bei Behinderung, Gefährdung oder Unfall gestaffelt höher
  • Fahren ohne ABE: Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld nach Bußgeldkatalog; fehlt zugleich der Versicherungsschutz, kommt die Straftat nach § 6 Abs. 1 i. V. m. § 30 PflVG hinzu

Bußgeldtabelle 2026 (Überblick)

Rechtsfolgen nach eKFV, StVG und Bußgeldkatalog — konkrete Beträge nennen wir nur dort, wo sie eindeutig feststehen. Angaben ohne Gewähr, keine Rechtsberatung:

Verstoß Rechtsfolge Punkte
Fahren ohne bestehende Haftpflichtversicherung Straftat (§ 6 Abs. 1, § 30 PflVG): Freiheitsstrafe bis 1 Jahr oder Geldstrafe Eintrag möglich
Alkohol ab 0,5 Promille bzw. 0,25 mg/l Atemalkohol (Erstverstoß, § 24a StVG) Bußgeld und Fahrverbot nach Bußgeldkatalog nach Bußgeldkatalog
Fahruntüchtigkeit infolge von Alkohol (auch unter 0,5 Promille möglich) Straftat (§ 316 StGB): Geld- oder Freiheitsstrafe, Entzug der Fahrerlaubnis möglich nach Bußgeldkatalog
Alkohol in der Probezeit oder unter 21 Jahren (Alkoholverbot, § 24c StVG) Bußgeld nach Bußgeldkatalog nach Bußgeldkatalog
Handy in der Hand während der Fahrt (§ 23 Abs. 1a StVO) Bußgeld nach Bußgeldkatalog (bei Gefährdung höher) nach Bußgeldkatalog
Fahren auf Gehweg oder in Fußgängerzone ohne Freigabe Verwarnungs-/Bußgeld nach Bußgeldkatalog, gestaffelt nach Behinderung, Gefährdung, Unfall —
Fahren ohne ABE / erloschene Betriebserlaubnis Bußgeld nach Bußgeldkatalog (Ordnungswidrigkeit) —
Zu zweit fahren, ohne Licht fahren, Anhänger ziehen, nebeneinander fahren Verwarnungs-/Bußgeld nach Bußgeldkatalog —
Rote Ampel missachtet Bußgeld nach Bußgeldkatalog, bei längerer Rotphase oder Gefährdung deutlich höher ja, nach Bußgeldkatalog

Hinweis: Wo wir keinen Betrag nennen, richtet sich die Höhe nach dem jeweils gültigen Bußgeldkatalog (Bußgeldkatalog-Verordnung); die aktuellen Sätze veröffentlichen das Bundesministerium für Digitales und Verkehr sowie das Kraftfahrt-Bundesamt, verständlich zusammengefasst finden Sie sie etwa beim ADAC. Die schwersten Folgen (Geld- oder Freiheitsstrafe) drohen beim Fahren ohne Versicherung und bei Alkohol am Lenker.

Fahren ohne Versicherung: Besondere Risiken

Dies ist die schwerwiegendste Verletzung. Es ist keine Ordnungswidrigkeit – es ist eine Straftat nach dem Pflichtversicherungsgesetz. Die Polizei kann Sie anhalten, kontrollieren und den Verstoß zur Anzeige bringen; ein Eintrag im Fahreignungsregister ist möglich. Im Schadensfall, wenn Sie jemanden verletzen, haben Sie keinen Versicherungsschutz und haften persönlich mit Ihrem gesamten Vermögen. Der Geschädigte kann Ansprüche gegen Sie geltend machen. Es gibt keinen Grund, dieses Risiko einzugehen; aktuelle Beiträge nennen die Versicherer und Vergleichsportale.

Fahren ohne Zulassung (ABE) auf der Straße

Wer mit einem E-Scooter ohne Allgemeine Betriebserlaubnis auf öffentlichen Wegen fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld nach Bußgeldkatalog geahndet wird. Da für ein Fahrzeug ohne Betriebserlaubnis in der Regel auch kein wirksamer Versicherungsschutz besteht, kommt meist die Straftat nach § 6 Abs. 1 i. V. m. § 30 PflVG hinzu. Das Problem: Viele Menschen wissen gar nicht, dass ihr Roller keine ABE hat. Überprüfen Sie vor dem Kauf, dass der Anbieter die ABE-Nummer nennt, und sehen Sie sie in der öffentlichen KBA-Liste nach. Eine Übersicht geeigneter Modelle finden Sie in unserem Vergleich der E-Scooter mit Straßenzulassung im Vergleich.

Häufige Fragen zu Bußgeldern

Weitere rechtliche Details finden Sie in unserem Ratgeber zu Versicherung und Kennzeichen oder in unserem Überblick über Fahrerlaubnis-Bereiche.

Fazit: Versicherung ist günstiger als Bußgelder

Die wichtigste Lektion: Eine Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen ist nicht optional – es ist eine gesetzliche Pflicht und der beste Weg, um teure Strafen zu vermeiden. Der Beitrag für das Versicherungskennzeichen ist im Verhältnis zu den möglichen Folgen gering – die Folgen einer Fahrt ohne Versicherung stehen dazu in keinem Verhältnis. Fahren Sie legal und versichert, und Sie sparen sich viel Ärger.

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Häufig gestellte Fragen

Ist fahren ohne Versicherung wirklich so schlimm?
Ja. Fahren ohne bestehende Haftpflichtversicherung ist keine bloße Ordnungswidrigkeit – es ist eine Straftat (§ 6 Abs. 1, § 30 PflVG). Die Strafe ist schwerwiegend, und im Schadensfall haften Sie persönlich. Das kann Sie finanziell ruinieren. Es gibt keinen guten Grund, ohne Versicherung zu fahren.
Was passiert, wenn ich die Versicherung nicht erneuere?
Plakette und Bescheinigung verlieren mit Ablauf des Verkehrsjahres (Ende Februar) ihre Gültigkeit (§§ 52, 56 FZV). Ohne gültige Plakette darf der Scooter nicht auf öffentlichen Straßen fahren (§ 2 Abs. 1 eKFV); besteht dann auch keine Haftpflichtversicherung mehr, ist die Fahrt eine Straftat (§ 6 Abs. 1, § 30 PflVG). Sie tragen selbst die Verantwortung, sich selbst an das Ablaufdatum zu erinnern und rechtzeitig zu erneuern.
Kann ich gegen ein Bußgeld vorgehen?
Ja, Sie können Einspruch erheben – aber nur, wenn Sie gute Gründe haben (z. B. die Polizei hat falsch gemessen oder sich geirrt). Ein Anwalt kann helfen, aber die Kosten müssen gegen den Betrag aufgewogen werden. Die meisten Bußgelder bei E-Scootern sind relativ niedrig – Einspruch lohnt sich meist nicht.
Bekomme ich Punkte im Fahreignungsregister?
Ja, bei schweren Verstößen. Im Fahreignungsregister (Flensburg) sind Punkte nach dem Fahreignungs-Bewertungssystem möglich — z. B. Fahren ohne Versicherung (Straftat) oder Alkohol am Steuer. Bei 8 Punkten wird der Führerschein entzogen. Mehrere E-Scooter-Vergehen können sich also summieren.

Bleiben Sie rechtskonform

Erfahren Sie mehr über Gesetze und Regeln in unserem Ratgeber „Wo darf ich fahren" oder in unserem Versicherungs-Leitfaden.

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